Historisches
Geschichte Lutherkirche
08.11.2008 - 17:30

Geschichte der Lutherkirche in Wien-Währing


Die Kirche der Gemeinde Währing-Hernals wurde nach den Plänen der Architekten Theodor Bach und Ludwig Schöne erbaut und ähnelt auffallend mehreren Kirchen im damaligen Deutsch-Westungarn. Die Grundsteinlegung fand am 7.4.1897 in Anwesenheit des Bürgermeisters Lueger statt, die Einweihung als Evangelische Kaiser-Franz-Joseph I.-Regierungs-Jubiläumskirche am 02.12.1898.

Gespendet hatten neben Kaiser Franz Joseph I. die Stadt Wien, der deutsche Kaiser Wilhelm II. und nahezu alle regierenden deutschen Fürsten, soweit sie evangelisch waren, und auch die Senate der freien Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck.

Aus eigener Kraft, ohne diese großzügigen Spenden, hätte die Pfarrgemeinde einen solchen Kirchenbau niemals geschafft, auch wenn ihr Gebiet damals von Neulerchenfeld über Währing und Hernals weit nach Niederösterreich reichte und über 20.000 Evangelische umfasste.

Der Name wurde nach dem Ersten Weltkrieg, der politischen Stimmung folgend, in Martin-Luther-Kirche umgeändert.

Die Kirche ist ein neugotischer Backsteinbau und enthält 767 Sitzplätze. Neben dem 64 m hohen Hauptturm, dessen Helm massiv gemauert ist und ursprünglich mit glasierten Formziegeln gedeckt war, hat die Kirche noch vier kleinere Ecktürme.

Damals gab es in Wien nur vier evangelische Kirchen: Die barocke Kirche in der Dorotheergasse in der Innenstadt, das Toleranzbethaus in Gumpendorf, die neubyzantinische Kirche beim Matzleinsdorfer Friedhof – und eben unsere Lutherkirche. Sie sollte von Anfang an nicht nur die Bedürfnisse der Gemeinde nach einem Gotteshaus abdecken, sondern zugleich auch ein Leuchtturm des evangelischen Lebens für ganz Wien sein und weit nach Niederösterreich hinausstrahlen. Die k.u.k. Haupt- und Residenzstadt Wien war damals noch Teil Niederösterreichs.

Die Lutherkirche in Kriegs- und Nachkriegszeiten
Bald nach dem Ersten Weltkrieg begannen die baulichen Schwierigkeiten mit der Lutherkirche, welche durch die Verarmung der Gemeinde durch Inflation und Wirtschaftskrise wesentlich verschlimmert wurden. Der Turm musste 1930 wegen starker Bauschäden um 13 m abgetragen werden und wurde mit Kupferblech gedeckt wieder aufgebaut.

Knapp vor Ende des 2. Weltkriegs, am 12. März 1945, wurde die Umgebung der Kirche von Bomben getroffen, die Kirche selbst dabei schwer in Mitleidenschaft gezogen und unbenützbar. Nach einem Bombenangriff wurden 178 Tote aus der näheren Umgebung in ihr gesammelt und lagen dort tagelang auf dem Fußboden. Erst im Sommer 1948 wurde die Renovierung des Kircheninneren abgeschlossen, bis 1953 wurden auch die Fassade instand gesetzt, die Türme eingedeckt und die Kirchenfenster farbig verglast.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt haben wir ein Treuhandkonto zugunsten der Renovierung der Lutherkirche bei der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich - Wien AG eingerichtet. Alle Spenden sind in vollem Umfang steuerlich absetzbar.
Bankleitzahl: 32000
Kontonummer: 2775245




xergos


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